Goldener Schnitt - der geheime Code
Christoph Erlemeiner schrieb diese Rezension über das Buch bei amazon:
Der geheime Code, der als rätselhafte Formel Kunst, Natur und Wissenschaft bestimmt. Der Goldene Schnitt hat in der abendländischen Kultur eine lange Tradition. Auch bekannt als göttliche Proportion, Göttliche Teilung oder Goldene Zahl, handelt es sich um ein einfaches, aber auch zugleich rätselhaftes Prinzip, das sich in der Natur, Kunst und Wissenschaft unendlich wiederholt. Der Goldene Schnitt lässt sich in den Samenmustern von Pflanzen, im Familienstammbaum von Bienen, in den Pyramiden, in gotischen Kathedralen, in Kunstwerken der Renaissance, im menschlichen Körper, Schneckenhäusern oder in Muscheln beobachten, um nur einige aus einer unendlichen Reihe von Phänomenen zu benennen.
Mathematiker verwenden für diese Göttliche Proportion den griechischen Buchstaben Phi, aber auch mit der Formel (1+Wurzel5)/2 oder der Zahl 1,61180339... lässt sich der Goldene Schnitt darstellen. Seine Geschichte begann mit Rechnungen auf babylonischen Schreibtafeln und kann bis zu den Fraktalen unseres heutigen, digitalisierten Zeitalters verfolgt werden. Die Einzigartigkeit und Schönheit dieser Proportion, welche die Natur bestimmt und seit 2500 Jahren als ästhetischer Leitfaden in Kunst und Architektur dient, kann so aber nur sehr ungenügend beschrieben werden. Geht man weiter ins Detail, entdeckt man vielerorts Varianten des Goldenen Schnitts, z.B. als Goldenes Dreieck im Parthenon, als Goldene Spirale im menschlichen Innenohr, als Goldener Winkel in Rosenblütenblättern oder als Fibonaccci Zahlen in Lilien, Margariten, Ananasfrüchten und der menschlichen DNA.
Die mathematische Wissenschaft hat mit den Zahlen über die Jahrtausende ein System geschaffen, um das Chaos der Welt zu entschlüsseln und zu ordnen und empirische Daten über das Universum und die Menschheit selbst zu sammeln. Der Mensch hat damit den göttlichen Plan hinter allen Dingen aufzudecken versucht, und dieses Buch folgt dieser faszinierenden Entwicklung und Suche.
Das Buch ist in nachfolgende Kapitel unterteilt:
1. Die Geheimnisse des Goldenen Schnitts
2. Pythagoras und das Geheimnis der Zahlen
3. Fibonacci und die Fibonacci Zahlen
4. Der Goldenen Schnitt in Architektur, Kunst und Musik
5. Der Goldenen Schnitt in der Natur
6. Der Goldene Schnitt in der Wissenschaft
7. Der Goldenen Schnitt im Mystizismus
Das Buch zählt zur populärwissenschaftlichen Literatur und ist dementsprechend auch für Laien gut verständlich geschrieben. Text und Bild stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander. Bedauerlicherweise wird die Bedeutung des Goldenen Schnitts für das gegenwärtige Design nicht fokussiert. Dazu sollte man zu Literatur von Kimberly Elam greifen. Mit Untersuchungen wiesen z.B. die Psychologen Fechner und Lalo nach, dass in allen Kulturkreisen eine unbewusste Präferenz für Rechtecke im Goldenen Schnitt besteht. Unabhängig davon, ob sich der Goldene Schnitt nun wirklich auf eine angeborene ästhetische Präferenz zurückführen lässt oder lediglich ein früh entstandenes, inzwischen zur Tradition gewordenes Designverfahren ist, steht außer Frage, dass er in der Vergangenheit und auch heute noch einen erheblichen Einfluss auf die verschiedensten Designdisziplinen hatte und hat. Heute hat man auf der Suche nach der Schönheit durch Erkenntnisse der Wahrnehmungspsychologie viele andere interessante Gestaltungswerkzeuge entdeckt. Deshalb sollten Designer auch heute immer noch dann den Goldenen Schnitt beachten, wenn er nicht zu Lasten anderer Designziele geht. Wissenschaftler raten dazu, die geometrische Gestaltung eines Designs nicht zwangsläufig unter dem Gesichtspunkt des Goldenen Schnitts erfolgen zu lassen, sondern empfehlen, den Goldenen Schnitt immer dort zu berücksichtigen, wenn dadurch keine Kompromisse bei anderen Aspekten des Designs gemacht werden müssen. Interessant ist in diesem Zusammenhang vor allem das Buch zur Proportion von Kimberly Elam, in welchem sie an Design Ikonen des 20. Jahrhunderts die göttlichen Proportionen deutlich macht.
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Autor des Artikels: Hans Hubert Küppers - www.HH-Kueppers.de
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